Bei WaldSchweiz ist sie noch in der Testphase, in den Zentralkursen 2025 war die Elektrospillwinde aber bereits ein Hingucker.Foto Alain Douard

Zeitschriften | Verband & PolitikLesezeit 2 min.

Die Lehrkräfte von WaldSchweiz bilden sich jeden Frühling weiter

Die Zentralkurse von WaldSchweiz ermöglichen den Teilnehmenden, ihr Wissen auf dem neuesten Stand zu halten und einen möglichst einheitlichen Unterricht in der ganzen Schweiz zu gewährleisten.

Alain Douard | Wozu könnte die elektrische Spillwinde in der Ausbildung dienen? Welche neuen Materialien enthalten die seit zwei Jahren verfügbaren Erste-Hilfe-Apotheken für den Wald? Über welche Vorteile verfügen Schäkel aus synthetischen Fasern? Um welches Zubehör wurde das Lehrmaterial für Kletterkurse erweitert? All diese Fragen wurden während der Zentralkurse 2025 von WaldSchweiz behandelt und diskutiert. Diese Tagungen fanden wie üblich an sechs verschiedenen Orten statt. Ausnahmsweise wurden in diesem Jahr die Tessiner Lehrkräfte aber auf drei Deutsch- und zwei Westschweizer Zentralkurse verteilt, um ihnen einen Erfahrungsaustausch mit den anderen Lehrkräften zu ermöglichen.

WaldSchweiz beschäftigt rund 250 Teilzeitmitarbeitende als Lehrkräfte. Sie besuchen jedes Jahr eine obligatorische, eintägige Weiterbildung. Diese «Zentralkurse» (siehe Kasten) ermöglichen dem Bereich Ausbildung, die Neuheiten des Jahres vorzustellen, sei es im Bereich der pädagogischen Methoden oder des Lehrmaterials.

Fragen um die Spillwinde

Spillwinden gehören seit Jahr und Tag zum Gerätepark von zahlreichen Forstbetrieben. Sie haben sich auch bei Jägern, Offroadfahrern sowie im schweren Gelände zum Heben oder Ziehen von Lasten bewährt. Bis vor einigen Jahren waren ausschliesslich Modelle mit Benzinmotor zu finden. Die neue Generation verfügt nun auch über einen Elektromotor­antrieb. Diese Spillwinden sind leiser und leichter als fossil betriebene Modelle. WaldSchweiz hat bereits ein solches Gerät in seinem Inventar, das der Verband in den Zentralkursen für Praxistests zur Verfügung gestellt hat. Nach der Vorführung wurden die Anwesenden gefragt, ob sie sich ein solches Werkzeug in den Ausrüstungen vorstellen können und, wenn ja, mit welchem Ausbildungsziel. In einigen Betrieben wird das Gerät bereits eingesetzt, beispielsweise, um Kabel hochzuziehen, kleine Lasten zu heben, bei der Baumpflege oder zur Instandsetzung von Seillinien.

Die Elektrospillwinde von Forstreich wiegt 9 respektive 18 Kilo mit dem 50-Meter-Seil, den Anschlagmitteln und dem restlichen Zubehör. Strom liefert derselbe 12-Ah-Akku wie beim Schlagschrauber des mechanischen Fällkeils vom gleichen Lieferanten, der ebenfalls im Kursmaterial von WaldSchweiz zu finden ist. Die Spillwinde kann per Funk gesteuert werden, was eine sichere Bedienung erlaubt. Die Zugkraft beträgt bis 1 Tonne bei einer Zuggeschwindigkeit von 5,5 m/min oder 250 Kilo bei 26 m/min. Bei Überlastung oder Überhitzung schaltet sich das Gerät automatisch aus. Die Spillwinde verfügt über ein Zweiganggetriebe; sie kann auch mit Umlenkrollen verwendet werden. Allerdings bleibt die Vorwärtsgeschwindigkeit selbst bei vollem Übersetzungsverhältnis gering, weshalb die Spillwinde nicht fürs Holzrücken im Starkholz geeignet ist.

Weniger Gefahr dank synthetischen Fasern

Bei der Vorbereitung für das Fällen mit Unterstützung eines Seilzuges oder einer Seilwinde werden normalerweise Stahl­schäkel verwendet, die mit der Schubstange entlang des Stammes emporgehoben werden. Die Stahlschäkel wiegen bis zu einem Kilo oder sogar mehr. Hinzu kommt noch das Gewicht der Schlaufe. Alles zusammen kann über 2 Kilo wiegen und, sollte es herunterfallen, eine Forstperson erheblich verletzen. In Deutschland werden bereits Schäkel aus synthetischen Fasern (Dyneema) eingesetzt. Diese wiegen nur ein paar Hundert Gramm und damit nur einen Bruchteil des Gewichts von Stahlseil und Metallschäkel. Synthetische Schäkel weisen ausserdem kaum Nachteile auf, auch nicht bei Regen und grosser Kälte. Solche leichten Hilfsmittel würden bald die Stahlschäkel in den Ausrüstungen von WaldSchweiz ersetzen, erklärte daher Sébastien Wenker, Mitarbeiter Ausbildung bei WaldSchweiz.

So gut wie möglich vereinheitlichen

In den Zentralkursen werden auch pädagogische Fragen diskutiert. Welche Fälltechniken und Spezialfälle müssen beispielsweise den Lernenden in den überbetrieblichen Kursen vermittelt werden? Bezüglich der Details gehen die Meinungen von Lehrpersonen aus den verschiedenen Regionen allerdings öfters auseinander. So zum Beispiel bei der tiefen Fallkerbe, dem Schuhschnitt oder dem Fällen auf Distanz. Schlussfolgerung: Solche Fragen müssen pragmatisch je nach Situation oder sogar regionalspezifisch beantwortet werden. «Das kann auch von den Bäumen abhängen, die in einem Schlag zur Verfügung stehen», erklärten mehrere Teilnehmende. Wichtig ist aber, dass alle Lernenden oder Teilnehmenden nach Abschluss ihrer Ausbildung oder ihres Kurses über die gleichen soliden Grundlagen verfügen. Auch dazu tragen die Zentralkurse bei.

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